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Ausbildungsinstitut perspectiva

perspectiva Impulse

Leise rieselt der Schnee

Advent und Weihnachten künden davon, dass grosse Veränderungen unmerklich aus dem Kleinsten erwachsen, das Besondere am Rande des Alltäglichen erscheint, wo wir es leicht übersehen.

In einer überwältigend lauten Welt ist nicht nur die Hoffnung, dass viele zukunftsträchtige Bewegungen leise wachsen. Wenn wir den Blick darauf richten, die leisen Töne wahrnehmen, erscheinen sie: Aufforstungsprojekte und Finanzierung des Schutzes von Regenwald, neue Methoden, Mikroplastik aus Kläranlagen zu filtern, erfolgreicher Artenschutz, Klimaschutzgesetze in weiteren Ländern, breite Stadtökologische Projekte, die sich erholende Ozonschicht dank weltweiter FCKW-Verbote, Integrations-Projekte für Geflüchtete und viele mehr.

Leise heisst nicht schwach: Im stillen Vorziehen des Machbaren, im konsequenten und tatsächlichen Handeln in der eigenen Reichweite und im Anerkennen von Tatsachen liegt vielleicht grössere Wirksamkeit als im lauten Anrennen und polemischen Aufschub. Und auch das ist Weihnachten, den Rahmen wechseln, wenn es notwendig ist: Weil die Herbergen voll waren, nicht erreichbar, das Anliegen aber dringend, geht die werdende Familie andere Wege, orientiert sich notgedrungen neu.

Wenn mit vernunftgeleitetem Mass der breiten Konsum-Massen nicht zu rechnen ist, sind regulatorische Rahmen unabdingbar. Wenn (einzelne) Nationalstaaten für Abkommen im Moment nicht adressierbar sind, so wären es allenfalls ihre Regionen oder andere Akteure. Wenn am Markt gemeinnützige und ökologische Werte geflissentlich übersehen werden, gilt es, sie systematisch einzupreisen.

Frieden und Verständigung, planetare Ethik und Umweltschutz, fairer Handel und sinnhafte Arbeits- und Gesundheitsstrukturen sind keine statischen Grössen, sondern dynamische Prozesse. Sie wachsen dort, wo wir sie leben, gestalten, je vielfältiger und breit getragen, desto besser. Am besten dicht wie fallender Schnee.